2012 | Schuld | 6. Lied zur Nacht | 4:40

Schlafe gut, träume sacht, ich will behüten dich ...
... in dieser dunklen, bitterkalten Nacht!

Dachtest du, ich sei blind?
Glaubst du, ich höre nicht,
was dort draußen der Wind
in den Ästen spricht?

Dass dein Wort, dein Blick, dein Kuss 
nichts zählt, hätte ich niemals geglaubt.
Dass Begierde vor dem Herzen wählt,
auch mir die Liebe zu dir raubt.

Fahl versteckt sich der Mond
und Wolken bergen Trauer, 
Enttäuschung und Gram.
Kahl der Ast, auf dem ein Rabe thront
und mich verhöhnt mit seinem Schweigen.

Kalter Wind schneidet,
Seelenfrost scheidet,
was Flammen einst geeint!

Schlaf nur gut, du wirst schon seh’n,
wie warm Schnee dich bedeckt.
Wenn die Winterwinde weh’n,
bleibt mein Haus unbefleckt.

Frierst du draußen im Wind?
Frost härtet auch mir das Herz!
Geh zu ihr doch geschwind,
sonst trifft dich mein Schmerz!

Bitt’re Galle dein Kuss,
Geier kreischen entzückt.
Geh! Ich werde erdrückt,
weil ich dich sehen muss.

Fahl versteckt sich der Mond
und Wolken bergen Trauer, 
Enttäuschung und Gram.
Kahl der Ast, auf dem ein Rabe thront
und mich verhöhnt mit seinem Schweigen.

Achtlos warfst du fort, was uns verband,
der schöne Traum zerrinnt zu Sand!

Schlafe gut, träume sacht,
wenn du noch schlafen kannst
in dieser süßen, sternenklaren Nacht!