2012 | Schuld | 5. Spiegelsee | 3:47

Klar und dunkel ruht der See.
Leer der tiefe Blick,
der verschleiert sieht zurück,
kündet nagend’ Weh.

Alles, was ich getan,
alles, was mich berührt,
war aus Trug geboren,
hat den Traum zerstört.
Nun hab’ ich verloren,
was zu mir gehört.

Könnt’ ich noch einmal zurück,
wäre ich nun nicht allein,
gäb’ seine Nähe mir Glück – 
und ich wäre ewig sein.

Zerronnen –
doch kämpf’ ich!
Ich kann nicht vorübergeh’n.

Im tiefen Dunkel
ruht die Schuld und will nicht weichen!
Spricht aus Augen,
wäscht sich niemals rein.
Wenn ich schlafe,
hinab zieht sie mich.
Und an dem tiefen Grunde
sehe ich unweigerlich nur dich!

Einmal noch muss ich wagen
in die Tiefe zu geh’n.
Um dir etwas zu sagen,
dann wirst du mich versteh’n,
mit and’ren Augen mich seh’n
und meinem Fluch widersteh’n.