Imki | Kontrabass

Bild und Bearbeitung: Frank Helbig, 7tes-laboratorium.de

 

Obwohl ich schon als Kleinkind in der Markneukirchener Kontrabasswerkstatt herumkroch und eintretende Kundschaft mit Sägespänen bewarf, später beim Singen im MDR-Kinderchor die Wucht eines Orchesters kennenlernen durfte und mit Papa eine Bühne teilte, begann ich erst im Alter von 13 Jahren, in seinen zuhause herumstehenden Instrumenten mehr zu sehen als nur spinnwebenziehende Eckenfüller. Das Interesse am Kontrabass war erwacht und eineinhalb Jahre Unterricht im Familienkreis später zog ich nach Weimar in ein musisches Internat, wo mein Entschluss reifte, Orchestermusikerin zu werden.

2005 wurde ich Jungstudentin an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig und begann dort ein Diplomstudium mit Hauptfach Kontrabass. Stolz trug ich meinen mit Iron Maiden- Aufnähern bepflasterten Ramones-Kapuzenpulli zum Dies Academicus, vergaß zum Klavierunterricht zu gehen, weil ich mir stattdessen in der Hochschulbibliothek polnische Weltmusik anhörte, nahm im Übungsraum statt Bass zu spielen verrückte Harfengeräusche auf und war gut Freund mit den Gesangsstudenten, denn meine Besitztümer fanden häufig den Weg in die Requisite von Hochschulaufführungen ("Wir spielen in "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" trampende Nutten, dürfen wir deinen Rucksack und diese roten Punkerstiefel ausleihen?"). Kurz - mein musikalisches Interesse war und ist breit gefächert und kollidierte bisweilen mit der in einem klassischen Musikstudium abverlangten Zielstrebigkeit, sodass ich den Betrieb nach meinem Diplomabschluss erstmal links liegen ließ.

Zum Wave-Gothik-Treffen 2011 spielte ich das erste Mal mit einer Band, danach folgten Auftritte, Studiopräsenzen und Projektarbeiten mit verschiedensten Formationen und Künstlern zahlreicher Genres, bis heute. Natürlich hat mich die Liebe zur Klassik und zur Oper schnell wieder eingeholt und Engagements führten mich in die Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz, an das Theater Plauen-Zwickau und an die Oper Magdeburg. Als Theaterbegeisterte mag ich die gelungene Verbindung des lebendigen Bühnengeschehens mit konzertanter Sinfonik und satter Metal-Fraktion bei Molllust und hoffe, zukünftig den einen oder anderen Bogenstrich beisteuern zu können.