Opera Metal - was ist das eigentlich?

Eine spezielle Untergattung des sinfonischen Metals oder auch symphonic metal. Darunter verbirgt sich, dass Metal mit klassischen Elementen verbunden wird, indem z. B. klassische Instrumente oder ein Keyboarder eingesetzt werden. Klassische Bezugspunkte sind oftmals Elemente aus dem Barock oder der Romantik. Besonders häufig findet sich hier auch konzeptionelle Arbeit.
Opera Metal hat sich für die sinfonischen Metalbands eingebürgert, die dazu noch klassische Gesangstechniken einsetzen. Vorreiter war hier vor allem die Bands Therion und Nightwish.

Warum ist molllust also Opera Metal?
Instrumentierung:
Wir nutzen sowohl die für den Metal typischen Instrumente E-Gitarre, E-Bass, Schlagzeug als auch klassische Vertreter mit Cello und Klavier. Die klassische Gesangstechnik unserer Frontfrau ist wohl auch schwer zu überhören.
Charakteristische Elemente beider Genres:
Wir nutzen Strukturmerkmale sowohl aus dem Metal- als auch aus dem Klassikbereich. Auf der Skala Metal - Klassik ist dabei bei uns der Anteil nicht immer gleich, aber tendentiell deutlich weiter auf der Klassikseite als bei den meisten anderen Vertretern unseres Genres. Wir bemühen uns, die Genres so eng zu verzahnen, dass wir nicht "Klassik mit ein bisschen Metal" oder "Metal mit ein bisschen Klassik" machen, sondern die Stärken beider Genres ausnutzen und etwas Neues daraus kreieren.
Klassik:
In den Stücken gibt es häufig nicht "das Strophenriff" und "das Refrainriff". Häufig wird von einem Grundriff ausgegangen, welches immer wieder abgewandelt wird. Dafür gibt es z. B. wiederkehrende Motive. Hier und da wird man auch eine Sequenz eines bereits gespielten Teils in weiteren Verlauf des Stückes als Steigerung entdecken. Bei einigen Stücken ist außerdem die Songstruktur an klassische Vorbilder angelehnt - Erlkönigs Töchter z. B. an das Kunstlied. Epochal sind wir am nächsten mit der Romantik verbunden. Dass unsere Stücke meistens nicht zum Mitgrölen taugen, liegt auch an der Nähe zur Oper und dem Einsatz der klassischen Gesangstechnik. Unsere Instrumentierung wird recht orchestral eingesetzt: Bei uns gibt es nicht DAS Soloinstrument und fast nie DAS klassische Metalsolo. Die Instrumente werden weitestgehend gleichberechtigt eingesetzt und in einzelnen Passagen treten bestimmte Instrumente hervor, gerne arbeiten zwei Instrumente auch in Frage-Antwort-Spielen zusammen. Dennoch gibt es typische Grundfunktionen, die die Instrumente im Schwerpunkt erfüllen und je nach Instrument mal mehr dem Metal, mal mehr der Klassik angelehnt sind: Das Schlagzeug ist meist Rhythmus pur, manchmal allerdings auch schmückende Deko. Der Bass legt das harmonische Fundament und wirkt rhythmisch unterstützend für Schlagzeug und Rhythmusgitarre. Die Rhythmusgitarre sorgt für einprägsame Rhythmusstrukturen und hat die eingängigsten Riffs der Instrumentierung, bekommt aber auch ab und an rhythmisch fokussierte Melodielinien. Das Cello legt wechselnd tonalen Teppich oder sorgt für Melodieakzente. Das Klavier ist ebenfalls ein Chamäleon: Je nach Bedarf sorgt es für rhythmische Verstärkung, Teppich oder führt melodisch. Die E-Violine führt im Schwerpunkt melodisch, unterstützt aber auch teils die Riffs der Rhythmusgitarre.
Metal:
Wer über den einen oder anderen Double-Bass-Part stolpert und sich fragt, woher denn die Grundriffs stammen, der wird zweifelsohne stilistisch im Metalbereich fündig. Wer freudig eine klare Strophe-Refrain-Struktur erkennt, hat ebenfalls Metal gefunden. Wer sich wundert, warum diese dann hier und da aufgebrochen wird, hat den Einfluss der Klassik an dieser Stelle erwischt. Hat jemand Lust mitzusingen, sollte er es bei den Refrains versuchen, denn diese sind häufig insofern dem Metal verhaftet, dass sie einfacher und eingängiger strukturiert sind als die Strophen und meist auch einen geringeren Tonumfang haben. In vielen Songs gibt es hier in der Männerstimme auch eine einfachere, mitsingtauglichere Melodieführung als in der Frauenstimme. Harmonisches moll ist eine im Metal insbesondere für Soli sehr beliebte Skala. Wir setzen sie häufig recht durchgängig ein.

Opera Metal heißt für uns, molllust, also in letzter Konseqenz weder Klassik noch Metal zu sein, sondern etwas dazwischen. Wem das zu unspezifisch ist, der nenne uns einfach "Crossover-Band", unter das Etikett passt im Zweifel alles, was mehr als einen Stil beinhaltet.