Klaus Sprung

Mittwoch, 02-01-13 20:31

Moin Janika,
schade, dass ich erst auf Huberts 60. Geburtstag durch Sabine auf diese Website aufmerksam geworden bin.
Sonst hätte ich Dich vielleicht in einer Deiner kurzen Tanzpausen mal angesprochen.
Für mich ist Eure Musik interessant, aber doch nicht sofort nachvollziehbar. Liegt es am Alter? Wie auch immer, ich bleibe am Ball und wünsche Euch gute Erfolge mit der Musik.

Grüße aus Barnstorf
Klaus

Dominik Becher

Mittwoch, 02-01-13 20:30

Sehr gern nehme ich auch ein Exemplar Eurer CD! Mollust braucht Studioqualität, und das habt ihr mit den überzeugenden Aufnahmen erreicht. "Sternennacht" als erstes Hörbeispiel auf der Homepage ist auch schön eingänglich gewählt, bei allen anderen Stücken muss man erstmal das Gehör trainieren.

Die Hochzeit von Opernarie und Metal finde ich gut und eigensinnig gelungen, vor allem mit dem Rückgriff auf die romantische Tradition. Da möchte ich auch anregen und Euch Novalis' "Hymnen an die Nacht" als textliche Inspiration empfehlen. Das ist ein langer Zyklus aus poetischer Prosa und Poesie, quote Wikipedia "bedeutendster Gedichtzyklus der Frühromantik", der ist Janika vielleicht bekannt. Hier die zweite Hymne:

***Muß immer der Morgen wiederkommen? Endet nie des Irdischen Gewalt? unselige Geschäftigkeit verzehrt den himmlischen Anflug der Nacht. Wird nie der Liebe geheimes Opfer ewig brennen? Zugemessen ward dem Lichte seine Zeit; aber zeitlos und raumlos ist der Nacht Herrschaft. - Ewig ist die Dauer des Schlafs. Heiliger Schlaf - beglücke zu selten nicht der Nacht Geweihte in diesem irdischen Tagewerk. Nur die Thoren verkennen dich und wissen von keinem Schlafe, als den Schatten, den du in jener Dämmerung der wahrhaften Nacht mitleidig auf uns wirfst. Sie fühlen dich nicht in der goldnen Flut der Trauben - in des Mandelbaums Wunderöl, und dem braunen Safte des Mohns. Sie wissen nicht, daß du es bist der des zarten Mädchens Busen umschwebt und zum Himmel den Schoß macht - ahnden nicht, daß aus alten Geschichten du himmelöffnend entgegentrittst und den Schlüssel trägst zu den Wohnungen der Seligen, unendlicher Geheimnisse schweigender Bote.***

Janikas Texte schreiben auf sehr persönlicher Ebene auch diese Tradition fort. Vielleicht kann sich hier eine fruchtbare Beziehung entwickeln, so wie bei Bach; in diesem Bereich sehe ich ein interessantes Potential für Mollust... nicht in "Cover-Versionen", dazu seid ihr zu reif, sondern im bewußten Weiterführen dieser Traditionen.

Zunächst wünsch ich erstmal viel Erfolg in der Gothic und Metal Szene... 500 verkaufte CDs und ihr habt die Studiokosten halbwegs wieder rein? Das ist doch mit den Aufnahmen, die ihr hingelegt habt ganz gewiss zu schaffen!

molllust

Mittwoch, 02-01-13 20:29

Hallo Eberhard,

vielen Dank für den ausführlichen Eintrag. Ich will versuchen, ein paar Anmerkungen zu erklären.
Zunächst zur Lautstärke: Ein Rock-Drumset bringt auch unverstärkt eine gewisse Lautstärke mit sich - dementsprechend müssen alle Instrumente hochgeregelt werden, damit man nicht nur Schlagzeug hört. Ich würde daher jedem Rockkonzert-Besucher raten, sich Gehörschutz mitzubringen - ich bin sowohl auf als auch vor der Bühne niemals ohne unterwegs. Sicher, im Bahnhof rechnet man nicht unbedingt damit - aber wir spielen ja auch meistens nicht im Bahnhof. :-)

Schrille und blecherne Stimme - das kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Ich habe die Mitschnitte des Konzertes ausgewertet und die Höhen sind technisch sauber gesungen, gerade in unserem Bachprogramm sogar häufig piano, abgesehen von wenigen bewusst eingesetzten forte-Tönen. Und wir haben auch zum selben Konzert bislang zur Stimme ausschließlich gegenteiliges Feedback bekommen. Die Stimme war allerdings von der Tontechnik sehr dominant eingestellt, vielleicht lag Ihr Empfinden an der dadurch auch starken Lautstärke der Stimme.

Aprupte Übergänge: Dort, wo sie aprupt waren, waren sie auch dramaturgisch bewusst so konzipiert.

Wie wir unseren Stil prägen und entwickeln, wird aber mit Sicherheit unabhängig von der Meinung Einzelner geschehen - denn jeder hat hier einen anderen Geschmack und auch andere Ansichten. Auf schnelle Wechsel werden wir zumindest in Zukunft auch in keinem Fall verzichten und ebenso wenig wird es ausschließlich piano-Höhen geben, dies würde die Ausdrucksvielfalt zu sehr beschneiden.

Eberhard

Mittwoch, 02-01-13 20:26

Guten Abend "moll-lust",

ich bin seit 23 Jahren Rentner und da ich für Neues immer ein offenes Ohr habe, schaute ich mir Ihren Auftritt im Sommer in den Promenaden des Leipziger Hauptbahnhofs mit meinen Enkeln an.

Nun, ganz meine Richtung ist es natürlich nicht, aber insbesondere die Optik (Kostüme) war schön gemacht,
hat auch meine Frau gesagt, die früher Bühnenerfahrung hatte.

Aber Ihre Lautstärke! Ich hatte am Abend sogar leichten Tinnitus deswegen, zum Glück drei Tage danach wieder weg. Also von der Lautstärke her gesehen ist Ihre Musik doch wirklich gewöhnungs- bzw. hörbedürftig; vielleicht doch nur etwas für die junge und noch "vollhörige" Generation.

Da ich früher selbst musikalischen Unterricht gegeben habe und zudem Klavierstimmer war, fiel mir insbesondere auch Ihre Stimme auf, die in den tiefen und mittleren Bereichen gut klang, aber in den hohen Passagen sehr schrill, fast blechern anmutete.

Für feinsinnige Menschen wie mich, der sein ganzes Leben aufs Detail achten musste und natürlich eher von der Klassik herkommt, doch recht unangenehm. Ich würde Ihnen hier auf jeden Fall professionelles Training empfehlen bzw. den Tip, nicht gar so stark und schnell immer wieder in die höheren Bereiche zu gehen. Bringen Sie doch lieber mehr von Ihrem Klavierspiel. Dieses klang teilweise sehr interessant, da hat man gesehen, dass Sie hier bestimmt einmal Unterricht hatten.

Die Übergänge vom Klavier zu den Gitarren aber waren sehr abrupt. Das haben auch meine Enkel gesagt, die sonst auch Rock - aber auch Klassik - hören.

Vielleicht können Sie ja daran beim zukünftigen Schreiben Ihrer Stücke achten. So abrupt jedenfalls empfanden wir wie einige meiner Bekannten (auch mittleres Alter) als zu unharmonisch/unausgereift.

Daher nun mein Rat für Ihr zukünftiges Wirken: bitte insgesamt mehr "moderato", die in die Höhe gehende Stimme unbedingt "con sordino" (!! sonst viel zu blechern !!) und mit mehr sprachlicher Deutlichkeit (man hat fast kein Wort verstanden!), die tempi nicht gar so "rubato" (also keine furchtbar plötzlichen Wechsel und wenn - dann mit einem gekonnten Übergang) sowie ein Vorschlag an Ihre Streicher: vielleicht einmal ein Stück mit "col legno" komponieren.


Ich denke, nicht gar zu kritisch gewesen zu sein. In der Hoffnung, dass sie meine Ratschläge zu Herzen nehmen.

Vielen Dank,
Ihr Eberhard T. aus Dösen/bei Leipzig

molllust

Mittwoch, 02-01-13 20:24

"Das Widerstrebende fügt sich zusammen wie ein gespannter Bogen."
(Heraklit, Fragmente)

Ohne Kontraste wäre die Musik langweilig und das Ruhige kann nur durch das Laute vollständig zur Geltung kommen. Es wäre ein großer Verlust, auf diese Elemente in der Musik zu verzichten.