01.07.2013 | Kaltes Wetter und warmherzige Menschen – Rock for animal rights

Sandstedt - Rock for animal rights!

Dieses Wochenende hieß es: „Ab in den Norden!“ Freitagvormittag machten wir uns in ausgelassener Stimmung auf die Reise. Das M’Era Luna Newcomer Voting sah gut für uns aus, die Sonne schien – und wir waren dank meines Geburtstages ohnehin in Feierlaune. Also tuckerten wir gemütlich nordwärts. Unser Quartier war in dem Fall mein Elternhaus, und so feierten wir am Abend in gemütlicher Runde, um uns am nächsten Morgen zeitig auf die Socken zu machen: 7 Uhr Frühstück. Als wir kurz vor zehn schließlich in Sandstedt eintrafen, bot sich uns zunächst Landidylle: Zwischen diversen Bauernhöfen machten wir schließlich auch das Festivalgelände aus. Norddeutschland zeigte sich von seiner rauen Seite und empfing uns mit Regen, Kälte und matschigem Untergrund. Nachdem wir unser Equip durch diverse Schlammlöcher auf die Bühne balanciert hatten, bekamen wir erstmal Besuch von Frau Ente, die watschelnd den Bühnenvorplatz inspizierte. Herr Hahn sang oder besser krähte sich irgendwo Backstage ein und eine Katze huschte noch schnell vorbei, ehe es laut wurde. Zunächst war das allerdings nicht unser Bass, sondern die klassische Soundkulisse eines nahenden Traktors, der mit einem Hänger voller Rindenmulch eintraf. Die darauf folgende Schaufel- und Mistgabel-Runde zauberte wieder festen Grund auf das Gelände und wir kümmerten uns schließlich auch um den Bühnensound.

Da wir erst gegen Abend spielten, hatten wir noch haufenweise Zeit – also hörten wir bei den vorher spielenden Bands zu, besuchten die Kaninchen und Hasen im Stall, testeten das äußert leckere, vegane Essen und wärmten uns an heißem Tee. Mit Beginn der Auftritte war es zwar zumindest trocken geworden, der Wind war allerdings weiterhin ziemlich kalt. Zu unserem Konzert zeigte sich auch endlich die Sonne. Das war auch absolut nötig, wir hatten uns zwar die Umhänge über die Kleider geworfen, wirklich warm war es aber dennoch nicht. Bewegung bei der Bühnenshow war also schon rein für den Wärmehaushalt ein absolutes Muss. Ich bin ausreichend viel herumgesprungen, um meine Frisur zur Hälfte zu zerstören. Das nordische Publikum empfing uns mit offenen Armen – wir erhielten kräftig Applaus und wir blickten in begeistert strahlende Gesichter. Die Atmosphäre entschädigte mehr als ausreichend für die raue Witterung. Wir hatten riesigen Spaß auf der Bühne und die Zeit verging wie im Flug. Auch das Team und die Bands Backstage waren super sympathisch, so dass wir uns wirklich (abgesehen von den Temperaturen) pudelwohl fühlten. Dementsprechend kehrten wir auch erst spät in unser Nachtquartier zurück. Als wir am nächsten Morgen schließlich ausgeschlafen hatten (abgesehen von Frank, der dank des Votings schon früh durch das Haus tigerte), ging’s zurück nach Leipzig – und wir hingen kollektiv bis Mitternacht vor unseren Rechnern, um den Ausgang des M’Era Luna Votings zu verfolgen. Die Zweitplatzierten knabberten zwar noch etwas an unseren Prozenten, aber kamen uns nicht mehr richtig nah. Also jubelten wir um Mitternacht, als das Voting offline ging und ich drückte Frank halb tot vor Freude. Yeah. M’Era Luna! Die ausstehende Bestätigung war ja nunmehr eigentlich nur noch eine Formsache. Dachten wir zumindest. Bis heute Nachmittag. Plötzlich war das Voting wieder offen – und nachdem wir wahlweise per Chat oder Telefon versuchten, uns die Panik, es gäbe nun plötzlich eine Riesen-Voting-Attacke der Konkurrenz wieder auszureden, aktivierten wir nochmal alle Fans, bei denen wir uns eigentlich für ihr Engagement bedankt hatten, für einen zweiten Endspurt. In der Verlängerung lassen wir uns den Sieg nicht nehmen, so viel steht fest! (Draußen donnert es zur Bestätigung, während ich diese Zeilen schreibe.) Jetzt warten wir noch ein zweites Mal bis Mitternacht und auf die offizielle Bestätigung, und dann können wir uns hoffentlich bald M’Era Luna Newcomer 2013 nennen!