02.11.2012 | Fotos, Fotos, Fotos!

molllust Fotoshooting

"Dornröschen in Begleitung von netter und böser Schwester von italienischem Padrone entführt und bei Blitz und Donner durch zwei schwarze Barbaren bewacht" - so oder so ähnlich hätte wohl eine Schlagzeile zu unserem Shooting am Mittwoch lauten können. Es war ein unglaublich langer Tag - und wir hatten eine Menge Spaß, auch wenn die Session tierisch anstrengend war. Doch eigentlich begann alles schon am Dienstag...

 Wir hatten uns vorgenommen, dieses Mal alle Register zu ziehen und keinen Aufwand und keine Mühen für tolle Bandfotos zu scheuen. Daher war Dienstag eine einzige Stadtrundfahrt. Requisiten aussuchen und ausleihen, Kleider anprobieren und ausleihen... es sollte alles vorbereitet werden. Doch wie so oft, wenn man plant, kommt alles anders. In dem Fall hieß das anders: zwei platte Vorderreifen am Auto. Also ging es zunächst statt in den Fundus in die Werkstatt. Mit reichlich Verspätung und dementsprechend komprimiertem Zeitplan wurde dann ausgesucht, beraten, probiert... und das Auto erfolgreich zugerümpelt.

 Wir klärten Probleme wie die Folgenden:
 - Ist ein weißer oder ein brauner Stuhlrahmen angemessener?
 - Wo gibt es Klebe-BHs zu kaufen?
 - Wie koordiniert man am klügsten 6 Menschen und 2 Autoladungen voller Requisiten/Instrumente/Kleider mit einem Auto?

 Mittwoch dann war der große Tag - und er begann zeitig. Für die Damen hieß es um 9.15 Uhr: Zeit für die Maske. Wir hatten eine Maskenbildnerin engagiert, die uns mit professionellem Make-Up und Frisierkunst ausstatten sollte. Und diese ging auch eifrig ans Werk. Was sie da mit uns anstellte, war beeindruckend: Make Up und Haare wurden typgerecht und mit Detailliebe hergerichtet. Währenddessen durften die Herren schonmal diverse Requisiten, Instrumente und Fotoequip herankarren und unseren Shootingort inspizieren: Die Probebühne der Oper.

 Um 12 Uhr waren auch wir schließlich vor Ort und inspizierten Requisiten- und Kostümfundus, ehe wir uns in Schale warfen.

 Nachdem Frank sich ausreichend über meine Ähnlichkeit zu einem amerikanischen Weihnachtsbaum amüsiert hatte, übte man sich schonmal in der korrekten Rollenverteilung. Also stolzierte ich, eine lange Schleppe hinter mir herziehend, auf den Thron, plusterte mich auf und kommandierte mit einem breiten Grinsen fächerwedelnd herum: "Die Schleppe liegt noch nicht korrekt. Man möge mir die Schleppe richten!" Und als sich Frank provokativ in den Weg stellte, gab es erst einmal einen empörten Klaps mit dem Multifunktionsfächer auf den Allerwertesten. Sandrine musste sich eines hartnäckigen Liebhabers ihrer Locken erwehren: Johannes konnte es einfach nicht lassen, an ihnen herumzuspielen. Und auch Lisa sorgte für den korrekten Respektabstand: "Frank!!! Meine Frisur!!!" Tommaso nahm das alles gelassen. Mit unglaublicher Coolness stand er einfach da, rückte seine Sonnenbrille zurecht und ließ den verrückten Haufen werkeln.

 Und so nahm der Tag seinen Lauf. Posing, Gelächter und konzentriertes Arbeiten lösten sich gegenseitig ab. Die Jungs machten mir natürlich den Thron streitig und zogen das pompöse Ambiente gründlich durch den Kakao. Die Mädels achteten auf die Details: Violinennoten auf dem Notenständer, wenn ein Cello fotografiert wird - also nein, das ging nicht. Frank fing sich einen weiteren Rüffel ein, als er austesten musste, wie gut seine Nase in das tiefe Dekolleté der auf einem leichten Podest stehenden Janika passte. Ebenso eine strikte Ermahnung von Sandrine, weil er sie ständig mit dummen Sprüchen zum Lachen brachte, während sie verzweifelt versuchte, den korrekten Fotoblick aufzusetzen.

 Nach etwa acht Stunden Blitzlichtgewitter war es dann soweit: alle Schüsse waren im Kasten. Heißhungrig fielen die Mädels erst einmal über das mitgebrachte Essen und Trinken her, weil sie den Gang zu Brötchen und Wasser zuvor mit Blick auf Make Up und Lippenstift nicht gewagt hatten. Nach dem Abbauen waren wir allesamt totmüde und reif für unsere Betten.

 Fazit des Tages:
 - drei Mädels + Visagistin = drei schöne, glückliche Mädels
 - Oper = Labyrinth. Wer hier in einem entlegenen Winkel vergessen wird, findet so schnell nicht mehr heraus...
 - Frank + Bügeleisen = schlechte Laune
 - "... und dann mach mit deiner Gitarre, was Männer eben so mit Gitarren machen." "SCHRAMMEL" "AAAHH! Falsches Kommando. Das Ganze ohne Ton bitte!"
 - Kleid ohne Umkleidehilfe = Gefängnis
 - Wir konnten uns leider nicht entscheiden, welches Bandmitglied wir für das Shooting vorübergehend aus der Band werfen - sechs sind bei Gruppenfotos irgendwie ständig einer zu viel.
 - "Sorry Frank, aber heute hat Frank das Sagen." ... "NICHT DU."