15.12.2012 | molllustige Welteroberungspläne

Zur Zeit arbeiten wir an unserem perfiden Plan, die Welt großflächig mit unserer Musik zu konfrontieren. Daher machen wir momentan neben der Musik eine ganze Menge anderer Dinge hinter den Kulissen. Ein beispielhafter Tagesablauf von mir:

8:00 Uhr - Ich trage meine Tasse Kakao an den Rechner und öffne das Mailpostfach.

10:00 Uhr - Ich habe mich erfolgreich durch alle Anliegen, Verlinkungen und Tipps unseres Promoters gewühlt, Fragen beantwortet, mir den Kopf darüber zerbrochen ob sich Betrag X für Anzeige Y lohnt oder wir lieber auf die Präsenz in entsprechendem Magazin verzichten und Umschläge mit Adressen beschriftet. Nun heißt es, sich um die Dinge zu kümmern, die mehr Zeit in Anspruch nehmen.
Dazu gehören: Seitenlange Interviews beantworten und evtl. die Bandkollegen mit Übersetzungswünschen bombardieren - durchaus praktisch, eine französische Muttersprachlerin und einen italienischen Muttersprachler im Team zu haben. Anzeigen für Printmagazine designen. Die Pressemappe in den verschiedenen Sprachen zusammenstellen/updaten/drucken. Oder auch so etwas wie diesen Tagebucheintrag zu schreiben.
Irgendwann werde ich vom knurrenden Magen daran erinnert, dass eigentlich die Mittagszeit schon lange überschritten ist und ich begebe mich heißhungrig in die Küche, um schnellstmöglich ein Mittag zusammenzustellen, was mir das Loch im Bauch stopft und mir neue Energie gibt.

15:30 Uhr Ich stelle fest, dass ich mich sputen sollte, noch zum Briefkasten zu kommen - nach einem Abstecher in den Copyshop, um die erforderlichen Pressemappen in anständiger Qualität drucken zu lassen.

17:30 Uhr Nachdem ich laut über den Feierabendverkehr geflucht habe, frage ich mich, wo eigentlich der Tag hin ist und habe ein schlechtes Gewissen, weil ich noch gar keine Musik gemacht habe. Das wird daraufhin nachgeholt. Oder stattdessen komponiert, wenn mich eine Idee nicht loslässt.

20:00 Uhr Schlechtes Gewissen Nummer zwei kommt zum Vorschein und ich checke mal die Dienstmails meines Brotjobs.

21 Uhr Feierabend. An guten Tagen. Sonst: Allerlei Organisatorisches für die Band/den Job erledigen - von Steuererklärung über Bookingmails zu Webseiten-Planung und Texte übersetzen. Feierabend, wenn der Sekundenschlaf am Rechner einsetzt und mich daran erinnert, dass schlafen eine wirklich gute Idee wäre. Franks Feierabendgestaltung sieht ähnlich aus: Er kämpft mit der Programmierung unseres Webseiten-Redesigns.

Abgewechselt wurden diese Tage durch einige besondere Events. Zum Einen wäre da der Mix unserer Bach-EP. Wir zogen einmal mehr ins Echolux-Studio, um dem Mix den letzten Schliff zu verpassen und ihn schließlich abzunehmen. Andy hat großartige Arbeit geleistet, wir sind total begeistert! Dann wäre da noch das Artwork - was natürlich auch zu einigen Treffen und Beratungen führte. Es ist inzwischen ebenso fertig und auch hier sind wir höchst zufrieden.

Die vorangegangenen Samstage habe ich fast alle in Dresden verbracht: Schulungen zum Thema Musikwirtschaft. Mir hat der Kopf geraucht, aber ich habe auch eine Menge mitgenommen. Gelegentlich kommt mir mal der Gedanke: "Eigentlich wolltest du ja Musik machen..." Aber der Rest gehört ja leider auch dazu.

Und dann war da auch noch ein etwas spezielleres Event: Ich habe schonmal die Fernsehbühne für unsere gloreiche Zukunft ausgekundschaftet. Mein Brotjob sorgte dafür, dass ich drei Tage lang als Lichtdouble in den Proben der José Carreras Gala herumsprang. Um Licht und Kameras einzurichten, stellt man eben keine großen Stars auf die Bühne, sondern Menschen, die sich mit etwas geringeren Gagen zufrieden geben. Wirklich ein Erlebnis, wenn fünf Fernsehkameras auf einen gerichtet sind und das volle Profi-Lichtprogramm aufgefahren wird. Macht Lust auf mehr. Und man sitzt ja auch nicht alle Tage mit José Carreras auf der Couch oder wechselt ein paar Worte mit David Garrett...

Also heißt's auch weiterhin: Vollgas mit der Promo, damit es nicht nur als Double auf solche Bühnen geht!