18.02.2013 | Konzertrückblick – ½ molllust

Es wird höchste Zeit, einen Rückblick zu unserem Gastspiel bei der Ausstellungseröffnung der Gruppe der Fünf zu schreiben. Es gab eine Premiere in unserer Bandgeschichte: Dieses Mal war die Bühnenbesetzung ausschließlich weiblich und komplett akustisch. Um Gerüchten vorzubeugen: Wir haben unsere Herren weder vergrault noch waren sie zu faul. Die Räumlichkeiten waren einfach eher für die Reduktion auf die klassische Hälfte gemacht und wir hatten bewusst die Stücke herausgepickt, die sich dafür anboten. Zunächst freute ich mich wie eine Schneekönigin, wieder einmal an einem akustischen Konzertflügel spielen zu können. Das Spielgefühl und der Klang sind doch ein ganz anderes Erlebnis als bei den elektronischen Imitaten. Der Bechstein stellte sich als ein sehr weich klingendes Instrument heraus, mit besonderem Charme für leise und romantische Passagen – und obendrein überraschend leichtgängig im Anschlag. Ein Mikrofon benötigte ich ebenso wenig. Sandrine spielte heute statt über die E-Violine über eine akustische Geige. Und so erfreuten wir drei Klassikerinnen uns gemeinschaftlich an dem klassischen Klang und den Möglichkeiten in der Gestaltung, die uns dieser eröffnete. Schon nach der Generalprobe vor Ort war das Lächeln daher nicht mehr aus unseren Gesichtern zu bekommen.

Da wir nur die Begrüßungsrede mit Musik umrahmten, ging unsere Auftrittszeit am Veranstaltungsabend vorbei wie im Flug, waren wir doch längere Konzerte gewöhnt. Ungewohnt dagegen war die andächtige Stille, die während unseres Vortrags herrschte. Durchaus eine Wohltat, ein derart aufmerksames Publikum zu haben. Dennoch – ohne die Herren fühlte sich molllust irgendwie seltsam an – es fehlte eben etwas. Auf Dauer möchte ich sie nicht missen – auch wenn ein Konzertflügel durchaus ein verlockender Ersatz wäre. Leider war das gute Stück aber eindeutig zu schwer und zu sperrig, um ihn mal unauffällig zu entführen und bei den nächsten Konzerten mitzubringen…

Im Anschluss begutachteten wir, dieses Mal gemeinschaftlich mit den Herren, die Ausstellung. Frank Helbig, als „Schuldiger“ unserer Bandfotos, war schließlich einer der Ausstellenden – und so fanden wir uns auch prompt selbst an einer der Wände. Tendenziell gehörten wir damit zu den am stärksten bekleideten Fotoobjekten, denn die Kollegen von Frank hatten eine größere Zahl unterschiedlich gestalteter Aktbilder angebracht. Die Inszenierungen waren wirklich ästhetisch – wer Interesse an Fotografie mitbringt, dem sei diese Ausstellung ausdrücklich ans Herz gelegt!

Da dieses Mal das übliche Packen und Schleppen entfiel und der Weg kurz war, ging es nach einigen gemütlichen Plauschen dann auch recht gemütlich heimwärts. Die nächsten Wochen wird es musikalisch wieder recht betriebsam bei uns – denn das Record Release-Konzert von „Bach con fuoco“ will vorbereitet werden und wir haben ein gutes Dutzend Gastmusiker mit dabei, mit denen wir natürlich Proben sollten, bevor es auf die Bühne geht. Lasst euch also überraschen, was wir uns einfallen lassen haben!