18.03.2013 | Ein Konzert der Superlative – Releasekonzert von “Bach con fuoco”

Unwillkürlich schleicht es sich einfach immer wieder in mein Gesicht, wenn ich an das Konzert zurückdenke: ein zufriedenes, glückliches Lächeln. Das Konzert war wirklich etwas Besonderes. Doch ich will von vorne beginnen.

Nachdem ich morgens noch an der Nähmaschine saß, um die letzten Schlaufen an meiner neuen Piano-Dekoration zu befestigen, ging es zeitig los – 11.45 Uhr startete unsere Reise in den langen, ereignisreichen Tag. Zunächst galt es, Bandmitglieder und Equip einzusammeln und zu verladen. Das ging schneller als gedacht, offenkundig haben wir langsam Einpackroutine. Jedenfalls standen wir 45 Minuten zu früh, um 13.15 Uhr, vor der naTo und gönnten uns noch eine heiße Schokolade beim Bäcker nebenan, um die Zeit zu überbrücken. Dann ging es los: aufbauen. Die Instrumente fanden ihren Platz, unsere neuen Sidedrops wurden angehängt, Scheinwerfer ausgerichtet, Mikrofone angebracht – und eine gefühlte Ewigkeit später war auch wirklich alles an seinem Platz. Der Soundcheck stellte sich bei unserer heutigen Besetzung als ein langwieriges Unterfangen heraus, schließlich mussten unsere ganzen Gastmusiker auch richtig abgenommen werden. Kopfschmerzen machten uns vor allem die Violinen. Luisas Tonabnehmer wollte partout keinen Ton von sich geben, obwohl alles am Tag zuvor noch einwandfrei funktioniert hatte. Und Esther hatte einen unfreiwilligen Zerr-Sound, der zwar interessant, aber nicht unbedingt immer stückdienlich war. Da alle Versuche, die Probleme handwerklich zu lösen, scheiterten, musste Ersatz her – und so organisierten wir in Windeseile eine E-Violine für Luisa, mit der sie wohl oder übel Vorlieb nehmen musste und Esther spielte über ein Geigenmikrofon. Nachdem wir dann auch dafür gesorgt hatten, dass jeder auf der Bühne genau das hörte, was er brauchte, war es auch schon 17 Uhr. Also wurde alles wieder abgebaut, um die Bühne für die Theatergruppe von O.S.K.A.R. zu räumen, die diesen Abend eröffnen sollten.

Nach einer kurzen Begrüßung sorgten diese mit ihrer humorvollen Herangehensweise an Bachs Werdegang für den einen oder anderen Lacher im Publikum, ehe es für uns ernst wurde. Wir räumten mit Hilfe des naTo-Teams schnellstmöglich unser gesammeltes Equip auf die Bühne. Die Bühnenbeleuchtung schlug dunklere, kalte Farbtöne ein und mit den ersten Klängen der Ouvertüre begann das Konzert. Die Atmosphäre war großartig: Das Publikum lauschte andächtig und unterstützte uns zugleich mit kräftigem Applaus und unweigerlich wollten an vielen Orten die Köpfe einfach nicht stillstehen. Neben bekannten Gesichtern gab es auch so einige Neugierige, die uns zum ersten Mal beehrten. Und tatsächlich erspähten wir auch stellenweise Menschen, die offenkundig unsere Texte mitzusingen wussten. Eifrig war auch unser Kamerateam, das wir engagiert hatten, um dieses Event aufzuzeichnen. Ebenso wie die Herren hinter den Hebeln – und unser Lieblingsfotograf ließ es sich natürlich auch nicht nehmen, bleibende Erinnerungen festzuhalten. Dank unserer neuen Sidedrops, einem molllust-Piano-Shirting (ein Banner, dass das Piano umhüllte) sowie einem molllust-Bassdrum-Fell in Kombinationen mit absolut stimmigem, atmosphärischem Licht sah bereits die Bühne an sich großartig aus. Wir hatten zum Warmwerden erst einmal Stücke mittleren Tempos ausgewählt – und dann ging es mit versammelten 20 Musikern zu Bach. Die naTo begann gefühlt zu beben, als die gesamte Truppe das Finale vom „Aus Liebe will mein Heiland sterben“ rockte. Ganz ohne Pannen sollte das Konzert allerdings nicht bleiben – aus unerfindlichen Gründen ging die erste Hälfte des „Aves“ im Fiepen eines der unzähligen Mikrofone unter – doch wir spielten tapfer weiter und schon bald hatte Heiner, der Mann hinter den Reglern, den Übeltäter entlarvt und das Fiepen eliminiert.

Im mittleren Teil des Konzertes gönnten wir uns etwas mehr Bewegungsfreiheit – in unserer Stammbesetzung wurde das Tempo noch einmal kräftig angezogen und alles gegeben, ehe zum Ende hin nach einer kurzen musikalischen Verschnaufpause noch einmal das volle Ensemble in Erscheinung trat.

Ein begeistert tobendes Publikum krönte den Abend nach 90 Minuten molllust-Konzert gebührend. Wir nutzten die Gelegenheit, ausgiebig mit unseren Gästen zu plauschen, ehe wir in den Genuss des naTo-Caterings kamen und gemeinsam in den Erinnerungen des Abends schwelgten. Nach einiger Zeit schließlich machte sich auch der anstrengende Tag bei uns bemerkbar, und so verstauten wir einmal mehr unser gesammeltes Equip und traten, müde aber glücklich, den Heimweg an. Ich bin sicher, dass ich nicht die Einzige gewesen bin, die in der Nacht von Musik, Lichtershow und gesammelten Eindrücken des Tages träumte…