21.08.2012 | In english, please!

molllust wird international – nach Luxemburg wurde nun mit Tommaso Soru am Schlagzeug auch Italien erfolgreich rekrutiert. Das hieß in unserem Fall erst einmal: Stottern für Fortgeschrittene. Nachdem wir alle unsere Englischkenntnisse wieder aus dem letzten Winkel des Gehirns hervorgekramt hatten, wurde die erste gemeinsame Probe zum Vokabelraten. „Let’s start at… was heißt denn Takt???“ „I’ll sing an… öh… Auftakt???“ „In this part, please take … öhm… Filzschlägel???“ Nachdem wir mit Händen und Füßen und Umschreibungen die ersten Verständnisprobleme beseitigt hatten, gab’s in Probe Nummer 2 erst einmal eine kleine Englischlektion für die gesamte Band. Ich hatte Wörterbuch und Internet befragt und kam mit einem Spicker voller italienisch-englisch-deutscher Fachvokabeln wieder, so dass die nächsten Proben sprachlich weniger holprig ausfielen. Zu unserem Glück sind außerdem viele Musikfachbegriffe entweder international oder italienisch. Und in Probe 4 bescherte Frank uns auch wieder seine üblichen Flachwitze – englisch reden wurde langsam normal. Tommaso schaffte es unterdessen, die Ladys mit äußerst feinfühlig gestalteten, ruhigen Passagen zu begeistern.

Die Sprache war aber nicht unser einziges Problem. Auf einem in Italien stehenden Schlagzeug trommelt es sich in Leipzig natürlich schlecht. Und das nicht gerade handliche Set herüber zu bekommen – eine Sache für sich. Also hieß es zunächst: Improvisieren mit dem, was da ist. Mein alter, äußerst wackeliger Klavierhocker wurde zum Drumhocker umfunktioniert – und stellte Tommaso nebenbei noch vor die Herausforderung, das Gleichgewicht zu halten. Die Proberaum-Snare wurde mit vernichtendem Blick abgestraft, ebenso der überaus klapprige Highhat-Ständer mit ausgeleierten Mechaniken. Schnell stand fest: Auch wenn die Becken noch eingeflogen werden, demnächst würde ein kleiner Ausflug ins Musikgeschäft anstehen. Doch dazu mehr an einem anderen Tag.