05.04.2014 | Nächstes Kapitel: Konzerte

Einmal mehr hieß es bei uns: Ab in den Norden! Bei strahlendem Sonnenschein widmeten wir uns wieder einmal unseren zwei Lieblingsaktivitäten: a) Tetris für Fortgeschrittene, um Instrumente und Technik in den Bandbus zu bekommen und b) Yoga für Musiker, um noch irgendwie dazwischen Platz zu finden. Danach führte uns die Autobahn ohne Staus und Hindernisse geradewegs nach Oldenburg. Und spätestens beim ersten „Moin!“ fühlte ich mich gleich Zuhause, bestärkt vom so vertrauten nordischen Dialekt. Unser Konzertort lag in der Innenstadt, ganz in der Nähe vom wunderschönen Schloss. Die DoNotDreamler empfingen uns herzlich, die Bühne des Cadillacs war angenehm groß – alle Vorzeichen deuteten auf einen gelungenen Abend hin. Und der sollte es dann auch werden. Doch zunächst gab es ein konspiratives Treffen mit einer alten Schulkameradin. Ich hatte sie seit über 10 Jahren nicht mehr gesehen, und umso gespannter war ich! Noch dazu, weil konspirative molllustige Zukunftspläne für eben dieses Treffen sorgten. So gab es noch ein weiteres, sehr herzliches Wiedersehen für mich und sogleich steckten wir die Köpfe zusammen, um etwas auszuhecken… was das genau ist, wird aber noch nicht verraten!

Da ist noch Platz im Bus!

Und dann war es auch schon soweit: Der Konzertabend begann. Während Todesengel die Bühne rockte, warfen wir uns in Schale. Diesmal gab es Einsingen für Fortgeschrittene: Da ich etwas Bedenken hatte, dass man mich im Saal hörte, baute ich spontan harmonisch passende Background-Gesänge, um die Stimme aufzuwärmen. Zumindest meine molllust-Kollegen hatten dabei eindeutig gemeinsam mit mir ihren Spaß. Ich hoffe, ich habe keinen Todesengel verwirrt! Und dann ging’s auch für uns los. Wir stürmten die Bühne und fanden ein äußerst begeisterungsfähiges Oldenburger Publikum vor. Da wurde getanzt und das Haupthaar geschüttelt und ohne eine Zugabe ließ man uns nicht wieder gehen. Wir hatten mächtig Spaß auf der Bühne und waren uns einig: Hier wollen wir unbedingt noch einmal spielen! Da konnte auch eine zickige Violine nichts dran ändern, die immer mal wieder Tonausfälle hatte und Sandrine sowie den Tontechniker gleichermaßen auf Trab hielt. Und meine Eltern bereiteten uns im Anschluss ein Deluxe-Nachtqartier mit Luxus-Frühstücksbrunch. Wir hätten es sicher noch ein wenig im Norden ausgehalten!

Die Woche drauf gab’s dann das Heimspiel in der Villa. Dieses Mal waren wir vorbereitet: nachdem wir unser Pianobanner das letzte Mal eher notdürftig an das Piano gegaffat hatten, weil der Bühnensteg nicht breit genug für den Ständer war, gab’s diesmal einen Getränkekistenvorbau. Das nächste Mal sollten wir wohl auch noch ein paar Bretter mitbringen, um es auf die richtige Höhe zu bringen – da das Banner etwas tiefer als das Piano stand, wirkte es, als habe jenes seine Hosen auf halb acht hängen. Der Stimmung tat dies allerdings keinen Abbruch. Nachdem unsere musikalischen Gäste mit DoNotDream und Eden weint im Grab zu zwei Dritteln zunächst im Stau standen, ging es beim Soundcheck ein wenig hektisch zu. Doch mit dem Konzertbeginn kehrte Ruhe ein. Zumindest in meinem Inneren, schließlich wurde es aus musikalischer Sicht ziemlich schnell laut. Ethera heizte an, DoNotDream und Eden weint im Grab sorgten für ausgezeichnete Stimmung im Publikum. Lisa hatte sich zuvor mit dem E.w.i.G.-Cellisten Markus verschworen und eine offizielle Cello-Ecke ernannt, die unmissverständlich durch ein entsprechendes Hinweisschild gekennzeichnet wurde. Dann war es einmal mehr Zeit für uns – und wir legten los. Frank stolzierte fachmännisch mit seiner König der Welt-Krone über die Bühne und wurde von uns überrascht: Wir hatten uns zuvor verschworen, dass er ein Ständchen bekommen sollte. Denn der Konzerttag war gleichzeitig sein Geburtstag. Es folgte vom strahlenden Frank eine überschwängliche Dankesrede. Der musste ich dann irgendwann Einhalt gebieten, sonst hätte er vermutlich auch noch dem Straßenkehrer, dem unbekannten Schneider seines Hemdes und was weiß ich noch wem alles gedankt – und wir wollten ja auch noch ein bisschen Musik machen. Und das taten wir! Bis der Abend schließlich einmal mehr mit glücklichen Gesichtern und einer Zugabe endete. Nun ja, fast. Wir mussten ja noch nach Hause fahren und unser Equip in den Proberaum bringen. Und so ein weißer Apothekenkleinbus mit molllust-Schriftzug ist des Nachts schon verdächtig. Also stoppte uns die Polizei kurzerhand und kontrollierte die Nüchternheit des Fahrers, die Papiere und unsere Ladung. Gegen Gitarren und Trommeln hatten die Damen und Herren in Uniform allerdings nichts einzuwenden, also konnten wir alles ungehindert im Proberaum verstauen.

Am nächsten Mittag gab’s wieder ein konspiratives Treffen: Dieses Mal bezüglich unseres neuen Bühnenoutfits – und wir steckten die Köpfe für weitere Zukunftspläne zusammen, die an dieser Stelle noch nicht verraten werden sollen. Es bleibt spannend bei uns!