19.03.2014 | Ab ins Studio – Preproduction

Der Beweis: Tom hat sich ordentlich reingehangen!

Nachdem wir in den letzten Wochen und Monaten wie wild geprobt haben, hieß es jetzt: Studiozeit! Samstag war Herrentag, Sonntag Damentag. Ok, ich gebe zu: Frank und ich haben geschummelt und uns beide Tage in den Aufnahmeraum geschlichen. Samstag hieß es zunächst: Metal plus meine Stimme. Also begaben wir uns früh am Morgen in den Proberaum und packten das Auto mit dem Drumset voll – und während ich Tom dabei half, sich damit im Aufnahmeraum häuslich einzurichten, mussten Frank und Johannes wohl oder übel noch einmal Taxi spielen: Klavier, Amps und Gitarren passten einfach nicht gemeinsam mit dem Drumset ins Auto. Nach einem ausführlichen Soundcheck und einer Kuchenpause ging es schließlich einige Stunden später los. Für die Preproduction kam es noch nicht auf totale Perfektion an, daher entschieden wir uns für die zeitsparendere Variante und nahmen in Gruppen auf – auch auf die Gefahr hin, leise die anderen Instrumente jeweils auf dem eigenen Mikro zu haben. Damit „leise“ nicht in der Praxis zu „ziemlich laut“ wurde, verbannten wir Franks Gitarrenbox erstmal ins Nachbarzimmer und ich verzog mich in eine kleine Einzelkabine. Es krachte, groovte, schob und drückte – und klang schon verdammt fett, obwohl es ja „nur“ Preproduction war und noch keine Effekte auf den Tonspuren lagen. Und so stellte sich bei uns allen unweigerlich ein fettes Grinsen auf dem Gesicht ein. Tom war so eifrig dabei, dass es einige Opfer zu beklagen gab: Nachdem es zunächst mehrere Drumsticks erwischte, zerlegte es dann auch noch das Ride-Becken. Keine Frage: Der Tag war eindeutig Metal!

Sonntag folgte dementsprechend die Damenrunde: Die beiden Violinen, Cello und Klavier gaben sich die Ehre. Ich bekam erneut eine Einzelzelle: War es am Herrentag noch, um das Gesangsmikro ein wenig vom Schlagzeug abzuschirmen, sollten dieses Mal die Streichermikros vor meinem Gehämmer auf den Tasten geschützt werden. Lisa wandelte prompt auf Toms Pfaden: Sie hatte nicht nur etwa seine Sitzposition vom Vortag, sondern schredderte sich auch erst einmal die Haare vom Bogen. Perfektionismus begann um sich zu greifen: Auch wenn es „nur“ die Voraufnahmen waren, wollte jeder natürlich seine Sache besonders gut machen. Und so musste Andy uns stoppen, die Stücke nicht nochmal und nochmal zu spielen, um überall den perfekten Take zu fabrizieren. Doch am Ende ließ sich das Ergebnis absolut hören! In den nächsten Tagen folgt dann die Auswertung. Es wird analysiert, was man an den Songs noch verbessern kann, wo das Tempo vielleicht noch nicht ganz passt, wo man an der Interpretation noch feilen könnte… Kurzum: Wir wollen bestmögliche Voraussetzungen für ein geniales Album schaffen. Jetzt bereits klingt alles schon ziemlich amtlich. Wie wird es dann erst im Sommer klingen! Bis dahin wird uns jedenfalls nicht langweilig werden. Neben den Verbesserungen stehen schließlich noch ein paar Konzerte an!

Andy und vier gute Gründe, Produzent von molllust zu sein.