27.08.2014 | Studioreport - Nr. I

Ende Juni begann es hektisch zu werden bei uns: noch vollkommen übermüdet und mit dem Jetlag der Mexiko-Tour mit Haggard kämpfend, gab es keine Verschnaufpause für mich: Es ging direkt ins Studio. Letzte Vorbereitungen wurden getroffen, hier und da die Clickspuren noch etwas nachjustiert, damit auch wirklich alles perfekt für die Aufnahmen vorbereitet war -  und dann ging’s los. Zunächst durfte Tommaso ran. Und so verfrachteten wir das Drumset ins Studio und er trommelte, was das Zeug hielt – und arbeitete sich in Rekordzeit durch das Album. Dabei wurde jedes Detail bedacht: Und so stimmten wir z. B. genau die Tonhöhe der Bassdrum ab, damit sich der Klang perfekt zu den anderen Instrumenten fügte. Als erste Produktion im funkelnagelneuen Echoluxstudio gab es da das eine oder andere auszutesten, um die Raumakustik perfekt auszunutzen. Das Ergebnis konnte sich hören lassen: Definitiv allein von den Räumlichkeiten schon eine Verbesserung zu den vorherigen Aufnahmen. Wir waren gespannt, ob sich das bei den anderen Instrumenten auch so fortsetzen würde!

Janika übt bis zur Erschöpfung

Als nächstes waren meine Tasten gefragt. Die Tage wurden für mich lang: während ich im Verlauf der Schlagzeugaufnahmen nur begrenzt zum Üben kam, weil ich irgendwie noch meinen akuten Schlafmangel kompensieren musste, bekamen die Klavieraufnahmen dann ihren ganz eigenen Tagesablauf – 10 Stunden einspielen, 3 Stunden für den nächsten Tag üben, es sollte schließlich so perfekt wie möglich werden. Meine Herren, ich war vollkommen fertig, als die Tasten allesamt in der Kiste waren! Weiter ging’s mit der Gitarre – dachten wir zumindest. Aber die Technik machte Zicken. Also vertagten wir sie erstmal und widmeten uns dem Bass. Da wir ja gerade bassistenlos sind, half uns dankenswerterweise Andy und sorgte für den richtigen Groove in den Tiefen.

Und dann gab es auch noch einen Gast: Auf das neue Album kommt in einem Stück auch eine Querflöte vor. Und um diese einzuspielen, besuchte uns Sophie – und zauberte tolle Frühlings-Atmosphäre!

Dr. Janika to the rescue!

Und dann war es plötzlich auch schon August. Nach einer kurzen Studiopause zu Beginn, in der ich mal kurz mit Haggard nach Istanbul jettete, wurde kräftig gestrichen: Es gab zwei Gäste mit Carsten am Kontrabass und Anne an der Viola, die uns für knapp der Häfte der Stücke mit orchestralerem Sound versorgten. Also wurde zunächst gemeinsam geprobt, um alles abzustimmen, dann ging es ans Aufnehmen. Langsam ließ sich erahnen, was da so kommen würde…

Die Celli folgten direkt danach. Ja, richtig gelesen, nicht ein Cello, sondern gleich drei an der Zahl: Lisa wurde noch durch Christoph und Georg unterstützt. In einigen Stücken werdet ihr gleich alle drei zugleich hören können. Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage: Wow, mit den ganzen tiefen Streichern zusammen klang es schon gigantisch! Neben der tollen Leistung der Musiker zeigte auch hier das neue Studio eindeutig klangliche Vorteile!

Geiler Take, Gehirn weggepustet!

Aber das war ja noch nicht alles. Denn daraufhin rückten Sandrine und Luisa mit den Violinen ein. Jetzt kamen erstmals alle Streicher zusammen. Ich freute mich wie ein kleines Kind und hüpfte im Studio auf und ab vor Freude, weil das Gesamtergebnis schon jetzt derart grandios klang. Sandrine machte mir Konkurrenz, indem sie wie ein Honigkuchenpferd strahlte. Wir Musiker sind allesamt total im molllust-Fieber und können das fertige Ergebnis gar nicht abwarten! Jetzt gerade haben wir aber kurz Pause: So viele Streicher wollen von unserem Produzenten Andy erst einmal geschnitten werden. Aber bald geht’s weiter: mit den Gitarren. Diesmal wirklich! Ich freue mich schon auf den Schlussspurt der Aufnahmen, das meiste ist schließlich bereits eingespielt. Ich platze fast und würde am liebsten schon allen zeigen, was bereits da ist… aber halbfertiges zu veröffentlichen ist immer doof. Also müsst ihr euch noch etwas gedulden. Das Warten wird sich lohnen, versprochen!