03.03.2012 | molllust live in Chemnitz

Unsere Chemnitz-Premiere am gestrigen Abend begann mit Verkehrschaos. Nachdem wir uns gemeinschaftlich mit unserem Equip in den Apotheken-Transporter von Johannes' Mutter gezwängt hatten, kutschierte uns Frank nach Chemnitz und wir erfreuten uns einer so einige Kilometer langen Umleitungsstrecke mit Tempo 30 - der Todescocktail aus Trecker, LKW, Güllewagen und LKW Nr. 2 auf kurvenreicher Straße mit viel Gegenverkehr bescherte uns eine meditative halbe Stunde Überlandfahrt.

Deutlich angenehmer war der Empfang im Schauspielhaus. Wir genossen eine äußerst kompetente und zuvorkommende Schauspielhaus-Crew, die sich viel Zeit nahm, damit wir einen wirklich guten Bühnensound bekamen. Unser Banner wurde fachmännisch an einem Bühnenzug befestigt und das Lichtteam ließ sich ganz auf die Atmosphäre unserer Musik ein und gestaltete eine schöne Untermalung.

Bislang war von der technischen Umsetzung her der Auftritt unser eindeutig professionellster bislang und wir haben es genossen. Mit dem zugelosten Spielplatz als erste Band des Abends hat man es ja bekanntlich immer schwer und meist mit leeren Hallen zu kämpfen - dafür war das Konzert erstaunlich gut besucht. Nachdem wir aufgrund der mit einer halben Stunde recht kurzen Spielzeit unser Programm auf die Highlights zusammengestrichen hatten, kam uns der eigentliche Auftritt vor wie ein Wimpernschlag. Hätte mir beim Verlassen der Bühne jemand gesagt: "Wieso? Sind doch erst 10 Minuten um?" Ich hätte es geglaubt, hätten wir die Spielzeit nicht vorher genau berechnet. Keiner von uns hätte wohl etwas dagegen einzuwenden gehabt, doppelt so lange zu spielen. Die Kombination aus gutem Sound, stimmungsvollem Licht, größerer Bühne und Theateratmosphäre machte einfach Spaß. In Zukunft gerne mehr davon!

Der Rest vom Abend hatte gefühlt dafür die entgegengesetzte Zeitkrümmung. Oceanic Bliss spielte gefühlt 60 Minuten und Too little cage mindestens 45 - subjektive Wahrnehmung kann schon etwas seltsam sein. Die Heimfahrt zog sich und wir waren alle heilfroh, als das Equip wieder in Leipzig und wir um 4:30 Uhr auch endlich wieder daheim waren. Keiner beneidete Frank um den Job als Fahrer und fast alle von uns verschliefen zumindest kleine Teile der Strecke.

Gewonnen haben wir in Hinblick auf den Wettbewerb nichts - nicht verwunderlich bei einem Publikumsvoting gegen zwei einheimische Bands. Für uns geblieben ist allerdings neben der schönen Erfahrung der Kontakt zu einem tollen Veranstalter sowie den beiden Chemnitzer Bands Too little cage und Oceanic Bliss, die Chance, uns vor Publikum zu präsentieren, das uns vorher garantiert noch nicht kannte, und natürlich eine weitere Portion Live-Routine.