05.05.2012 | Ungewöhnlicher Besuch im Proberaum

Nachdem wir fünf Stunden lang unser Set und unseren Proberaum auf Hochglanz poliert hatten, ward es: Licht. Die beiden jungen Männer vom MDR-Fernsehen waren eingetroffen und verwandelten mit ihren Scheinwerfern unseren fensterlosen und ansonsten eher dämmerigen Proberaum in ein taghelles Szenario. Einiges Blinzeln ob der ungewohnten Helligkeit später wurden wir Musiker noch ein wenig umgerückt - es sollten schließlich alle ins Bild passen - und die Kamera angeschaltet. Real vermutlich knapp 10, gefühlt sicher 20 Durchläufe Sternennacht später waren alle Bandmitglieder beim Spielen eingefangen. Noch einmal wurde etwas umgerückt, dann hieß es: Interviews geben.

Doch gerade, als ich mich auf dem Schlagzeughocker richtig für das Bild positioniert hatte, erschien ein weiterer Gast. Zuvor unbemerkt hatte er sich hinzugeschlichen und ein paar Kekskrümel mümmelnd das Geschehen verfolgt. Doch diesen Moment hatte unser kleiner Fan beschlossen, mit mir auf Tuchfühlung zu gehen. Und so fasste sich Herr oder Frau Maus ein Herz und beschnüffelte aufgeregt meine Schuhe, ehe er/sie den Tunnel zwischen Absatz und Ferse meiner Schuhe als Spielwiese nutzte. Während ich reglos lächelnd verharrte, um den kleinen Fan nicht versehentlich zu treten, brach im Rest der Band ein kleiner Tumult aus. Während sich der Kameramann noch fragte, warum ich nicht schon auf dem Stuhl stand "Müssten Frauen jetzt nicht eigentlich schreien?" konnte sich der Rest der Band nicht so ganz entscheiden, was sie von dem Gast halten sollte. Zwischen süß-finden und erhöhter Sorge um diverse Kabel schwankend entschied man sich schließlich, den Besucher lieber wieder nach draußen ins Grün zu überführen. Also wurde eine Keksdose als Mausefalle auserkoren und in Lisa-Janika-scher Gemeinschaftsarbeit der pelzige Kamerad eingefangen. Frank steuerte noch ein wenig Käse bei, um dem Gast den Abschied zu versüßen, während ich den nunmehr etwas nervösen Pelzkamerad hinaustrug. Als dieser dort inklusive Käse in einem Grashaufen verschwand, konnten auch die Dreharbeiten weitergehen.

Frank und ich plauderten ein wenig aus dem Nähkästchen und über die Zukunftspläne der Band, ehe noch ein paar Bilder von Allen für die Vorstellung der Bandmitglieder gemacht wurden - dann war auch schon der ereignisreiche Tag zu Ende.