15.06.2012 | Generalprobe der Bachspiele auf dem Hauptbahnhof Leipzig - ein ganz besonderes Erlebnis

Ein Bahnhof. Geschäftiges Treiben, viel Trubel - und wir mitten drin. Es war etwas besonderes, heute auf dem Bahnhof die Generalprobe für die Bachspiele zu gestalten. Nachdem wir erfolgreich den Orientierungstest in den Bahnhofskatakomben bei der Anlieferung unseres Equips zur Eventbühne bestanden hatten, wurde es Zeit für die neuen Weggefährten unserer Damen. Sie sind blau-schwarz, ausladend und zu dritt. Die Rede ist von den neuen Umhängen, die in der gemeinschaftlichen molllust-Nähstunde entstanden - dazu mehr an einem anderen Tag. Von eben diesen bedeckt, ging es daran, aufzubauen und den Sound zu richten.

Jede Bewegung wurde bereits von erwartungsvollen Blicken begleitet. Als wir schließlich das erste Stück anspielten, um unsere Bühnenmonitore (unsere Lautsprecher) einzustellen, konnte es ein junger Zuhörer gar nicht erwarten. Lautstark rief die Knabenstimme: "Weiterspielen!" und hüpfte ungeduldig auf und ab, bis wir endlich fertig gepegelt hatten.

Es folgte ein Durchlauf unseres Bachprogramms. Wir hatten die Originale gründlich überarbeitet und mit einem guten Schuss Metal verfeinert. Das Publikum war für uns denkbar ungewohnt: Von 2 bis 90 schien alles dabei zu sein - und das gleich auf drei Etagen. Die jüngsten Fans, vielleicht 3-4 Jahre alt, fassten sich an den Händen und tanzten vor der Bühne. Eine junge Mutter wippte ihr Baby im Takt. Geschäftsmänner verharrten ebenso wie Punks. Und einige asiatische Touristen knippsten und filmten eifrig Andenken.

Die Akustik war einmalig: Das Schlagzeug war teils gleich mit vierfachem Echo zu hören. Der Gesang schien geradezu im Bahnhof zu schweben. Und so konnten wir viele Zuhörer mit unserer Begeisterung anstecken.

Wir nutzten die Zeit, auch noch ein paar eigene Stücke zu spielen - unser Publikum blieb uns treu.

Ein weiterer Bach-Durchlauf mit simulierter Moderation durch den Veranstalter schloss den Abend ab. Hier gewannen wir wohl bislang unseren ältesten Fan: Eine betagte Dame ließ sich zu Bravo!-Rufen hinreißen und ließ es sich nicht nehmen, uns im Anschluss des Konzerts noch einmal persönlich für die Darbietung zu loben.

Kurzum: es gab einfach überhaupt gar nichts zu meckern. Die Veranstalter sorgten für das richtige Licht und die richtige Abmischung, das Publikum ließ sich vom molllust-Geist anstecken - einfach ein gelungener Abend. Wir freuen uns alle sehr auf morgen!